Akzeptanz des Ist-Zustandes – Annehmen was ist

Es gibt  alarmierende Studien zur Un-Zufriedenheit der Deutschen Bevölkerung.
Diesen Studien zufolge sollen 90% der Arbeitnehmer unzufrieden am Arbeitsplatz sein, 60% der Menschen sind in ihren Beziehungen unglücklich und nur 7% sind insgesamt zufrieden mit ihrem Körper.

Ein wichtiger Grundstein zur Veränderung von unglücklichen Lebensumständen ist die absolute Akzeptanz des Hier und Jetzt!

Wer sich objektiv und kritisch mit dem Hier-und-Jetzt auseinander setzt, kann mit der aktuellen Situation in Frieden kommen. Und dieser innere Frieden ist die Basis für eine Veränderung aller Umstände.

„Die Akzeptanz des Soseins
ist das Tor zur Veränderung.“

Michael Marie Jung

Ohne die Akzeptanz des aktuellen Ist-Zustandes kann es keine Veränderung geben. Nur wer wirklich mit allen aktuellen inneren und äußeren Zuständen in Frieden ist, für den können sich die Dinge auch wirklich wandeln.

Stagnation hat oft irgendeine Form der Ablehnung als Ursache

Auch wenn man sagt, man sei im Frieden mit dieser oder jener Situation oder Sache – wenn die Ergebnisse nicht stimmen, ist irgendwo noch ein Haken, der erfolgsverhindernd wirkt.

Gäbe es keinen Haken, würden die Dinge laufen!

Akzeptanz der eigenen Schwächen und Stärken

Wenn wir mit uns und unseren persönlichen Eigenheiten in Frieden sind, wirft uns konstruktive Kritik nicht so schnell aus der Bahn. Im Gegenteil, wir können diese annehmen, für uns prüfen und damit entspannt umgehen.

Haben wir allerdings ein grundsätzliches Problem mit diesen unseren vermeintlichen „Schwachstellen“, kann die Konfrontation mit Kritik für zähneknirschenden Frust und mehr sorgen.

Vor allem sind wir dann ein leichtes und hervorragendes Opfer für die sogenannten „Arschengel“.

Akzeptanz der eigenen Stärken und Schwächen setzt eine objektive Betrachtung voraus:

Das heißt, die Dinge so zu betrachten wie sie tatsächlich sind. Sie nicht zu beschönigen aber auch nicht zu übertreiben. Misserfolge gehören einfach zum Leben dazu, ebenso wie Erfolgserlebnisse.

Es bringt keinen weiter, wenn er seine Stärken klein redet oder seine Schwächen verleugnet. Die Wahrheit will anerkannt sein und jeder so akzeptiert werden, wie er eben ist.

Getroffene Entscheidungen und Handlungen der Vergangenheit akzeptieren

„Warum habe ich mich damals nur so entschieden?“ oder „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, dann…“

Es scheint bei manchen schon eine Art Ausdauersport zu sein, sich den Kopf über in der Vergangenheit getroffene Entscheidungen und Handlungen zu zerbrechen.
Dabei liegen manche dieser Ereignisse zum Teil schon Jahre oder auch Jahrzehnte zurück. Doch diese in die Vergangenheit gerichtete Energie verpufft sinnlos. Erstens kann man es eh nicht mehr ändern und zweitens ist es jetzt eben so.

Gehe immer davon aus, dass Du zu jeder Zeit immer Dein Bestes gibst und gegeben hast. Hättest Du es damals besser gewusst, hättest Du Dich vielleicht auch anders entschieden!
Und wenn man es einmal ganz genau analysiert, stellt man oft fest, dass manche dieser „üblen Fehlentscheidungen“ doch auch positive Auswirkungen gehabt haben.

Akzeptanz der äußeren Umstände

Die wenigsten sind in ihrem Leben absolut und wunschlos glücklich und zufrieden. Jeder hat irgendetwas in seinem Leben, das noch nicht so ist, wie es eigentlich irgendwann einmal sein sollte. Oder eigentlich hätte werden sollen.

Problematisch kann es dann werden, wenn man mit den äußeren Umständen im Unfrieden ist. Wenn man mit den gegebenen Umständen hadert, sich ärgert und dabei nicht nur gefühlt im Kreise dreht.

Auch wenn die äußeren Umstände für den Einzelnen als „untragbar“ oder sogar „unzumutbar“ gelten. Ohne die vollständige Akzeptanz und Annahme der aktuellen Ist-Situation, kann keine Änderung erfolgen.

Das bedeutet nicht, dass man den Nachbarn, der unerlaubterweise die in sein Grundstück hängenden Zweige einfach barbarisch absäbelt, gut finden oder sogar mögen muss!

Es bedeutet ebenfalls nicht, dass man einen cholerischen Chef oder eine intrigante Kollegin für immer ertragen muss.

Kompromisse oder Konsequenzen

Es bedeutet vielmehr, dass man die Situation erst einmal objektiv und ohne Wertung betrachtet wie sie ist.

Irgendwann hängen die Zweige eines Strauchs eben über den Zaun auf das Nachbargrundstück. Wenn den Nachbarn diese Zweige stören, kann der Strauch-Besitzer für das zeitnahe Stutzen sorgen oder dem Nachbarn erlauben, dies zukünftig selber zu erledigen.

Die meisten Angelegenheiten lassen sich im Allgemeinen über Kommunikation auf Augenhöhe friedlich lösen.

Wenn dem cholerischen Chef aber auch nach einem Gespräch in einer ruhigen Minute weiterhin regelmäßig der Gaul durchgeht, dann wird es vielleicht das beste sein, sich nach einem neuen Arbeitsplatz umzuschauen.

Wer in seinem Leben mit den Umständen und sich selber hadert, kommt kaum von der Stelle. Wer aber die Unzulänglichkeiten des eigenen Lebens und der Welt erstmal einfach nur wertfrei akzeptiert, erreicht die beste Ausgangsposition:
um sich selber und seine Umstände so zu verändern, dass er ein glücklicheres Leben führen kann.

„Die unaufgeregte Akzeptanz
der eigenen Unvollkommenheit
macht liebenswert und ist
der Schlüssel zu wahrem Glück.“

Dr. Stefan von Kegler

Akzeptanz heißt…

  • sich mit gewissen Dingen im Leben einfach abzufinden und das Beste daraus zu machen.

  • für sich seine Konsequenzen zu ziehen, wenn man sich mit manchen Dingen eben nicht abfinden will.

  • darüber zu schweigen anstatt es jedem zu erzählen, den es nicht interessiert.

  • seinen inneren Frieden mit den Unzulänglichkeiten des Lebens zu schließen.