Neid – Grund für Motivation oder Stagnation

Neid kannte schon die Bibel – Kain brachte seinen Bruder Abel aus diesem Grunde um. Und Neid beherrscht auch heute noch zu großen Teilen das zwischenmenschliche Gegeneinander anstatt ein gesundes und kooperatives Miteinander.

Wir befinden uns in einem Übergang in eine energetisch neue Zeit – die Ära der Konkurrenz wird von der Ära der Kooperation beendet.

Es ist also höchste Zeit, sich von alten Glaubensmustern und Emotionen zu befreien, die unsere Entwicklung zum bewussten Menschen behindern.

„Nicht was wir erleben,
sondern wie wir es empfinden,
macht unser Schicksal aus.“

Marie von Ebner-Eschenbach

Neid ist eine menschliche Emotion, die schon immer existiert und zum Leben dazu gehört. Er entsteht, wenn man erkennt, dass andere etwas haben, was wir auch haben wollen. Ein gefährlicher Automatismus, wenn man sich das nicht bewusst macht.

Schon Säuglinge und Kleinkinder können sich benachteiligt fühlen. Wenn die Mutter zuerst ans Telefon, auf die Toilette oder kurz in die Waschküche geht.

Solch eine gefühlte Benachteiligung, die im Grunde gar keine tatsächliche Benachteiligung ist, kann sich schon in sehr jungen Jahren prägend auf den Rest des Lebens auswirken. Unbewusst, und nachhaltig.

Statistisch deutlich höher ausgeprägt ist daher der Neid bei Geschwisterkindern:
jedes Erstgeborene fühlt sich irgendwann benachteiligt, wenn ein Geschwisterchen das eigene Leben bereichert. Auch wenn sich Eltern die allergrößte Mühe geben.

Das jüngere Kind dagegen fühlt sich irgendwann einmal dem älteren gegenüber benachteiligt, wenn dieses abends länger draußen bleiben darf oder schon alleine ins Zeltlager…

Jeder beneidet irgendwann irgendjemanden

Das Einzelkind beneidet Geschwisterkinder – Geschwisterkinder beneiden Einzelkinder.

Die kleine Schwester beneidet den großen Bruder um seinen beruflichen und wirtschaftlichen Erfolg.

Der große Bruder dagegen neidet der kleinen Schwester gegenüber ihr unabhängiges Party- und Studentenleben.

Der Chef beneidet seinen Angestellten um sein alltägliches Privatleben und den großen Freundeskreis.

Der Angestellte beneidet seinen Chef um das deutlich höhere Gehalt und den edlen Firmenwagen.

Die junge Mutter beneidet die kinderlose Single-Freundin um ihre scheinbar endlose Freizeit.

Die kinderlose Single-Freundin beneidet die junge Mutter um ihr Familienglück…

 

…es gibt unendlich viele weitere Beispiele und diese Liste lässt sich unendlich ergänzen.

Doch wird jeder einzelne, wenn er die beneidete Person und die dazugehörigen Hintergründe und Umstände genauer kennt, oft ernüchtert feststellen:

„Es ist nicht alles Gold,
was glänzt.“

Der Chef hat zwar das elegantere Fahrzeug, mit dem er bequemer im Stau steht und auch deutlich schneller voran kommt. Wenn der Chef aber abends ausstempelt, hat dieser noch lange nicht Feierabend. Auch an den Wochenenden muss er meistens noch beruflichen Verpflichtungen nachkommen und im Urlaub sowieso immer erreichbar sein.

Jeder setzt in seinem Leben die Prioritäten, die er für richtig und wichtig hält. Damit trägt jeder dementsprechend in diesem Augenblick genau das Päckchen, für das er sich bislang entschieden hat.
Mit jedem einzelnen Schritt, den er auf seinem individuellen Weg getan oder unterlassen hat.

Whatsapp, Facebook und Konsorten schüren den Neid

Noch nie war es leichter Neidisch zu sein als heute. Minütlich werden heute strahlende Selfies von der VIP-Party, mit dem Porsche-Cabrio oder an den Niagarafällen veröffentlicht. Sekündlich steigt der Neidfaktor bei manchen ins unermessliche.

Man ist neidisch auf die tollen (bearbeiteten) Bilder und das vermeintlich bilderbuchschöne Leben, auf die große Anzahl der dafür erhaltenen Likes und die wundervollen Kommentare der anderen und so weiter und so fort.

Guter Neid – böser Neid

Verhaltensforscher unterschieden grundsätzlich zwei Formen des Neides:

  1. den „guten Neid„, bei dem man der beneideten Person den Erfolg gönnt, weil sie ihn aufgrund ihrer Anstrengungen und ihres Einsatzes redlich verdient hat, und:
  2. den „böswilligen Neid„, bei dem man der beneideten Person den Erfolg überhaupt nicht gönnt. Warum auch immer.

Der gute Neid ist Ansporn

Wer anderen ihren Erfolg von Herzen gönnt, hat die besten Voraussetzungen, es ihnen gleich zu tun. Wenn ich mich ehrlich mitfreuen kann, wenn andere ihre Ziele erreichen, generiere ich mehr als ausreichend positive Energie, die mich für meine Ziele bildlich gesprochen sogar beflügeln kann. Denn: Energie folgt der Aufmerksamkeit…

Wer verstanden hat und weiß, dass man immer etwas dafür tun muss, um voran zu kommen, wird anderen auch deren sichtbaren Erfolg gönnen und zugestehen.

„Man muss auch gönnen können.“

Rheinisches Wohlstandsgesetz

Der „böswillige“ Neider schadet sich selbst

Meistens ist es  nicht damit getan, jemanden zu beneiden. Zusätzlich gesellen sich in der Regel auch noch Gefühle und Emotionen wie Ärger, Hass oder Wut dazu, die rasend schnell eine energetische Abwärtsspirale beim Neider bewirken können.

Wenn der Neid dafür sorgt, dass wir anderen hingebungsvoll die Krätze an den Hals wünschen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir irgendwann selbst mit der Krätze konfrontiert sind.

Wer andauernd andere beneidet, sorgt dafür, dass er sich immer schlechter fühlt – was schlussendlich sogar in einer Depression enden kann!

„Für sein Denken,
Fühlen und Handeln
ist jeder Mensch
selbst verantwortlich.“

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt

Jeder ist irgendwann mal auf irgendjemanden neidisch, aber kaum einer will es zugeben.

Allein die Tatsache, dass man sich den Neid auf jemand anderen eingesteht, kann einen davon und aus den daraus resultierenden negativen Folgen befreien.

Wenn man erkennt, dass man eben nicht frei von Neid ist, sondern auch nur ein normaler Mensch, kann man sich bewusst und auf einer anderen, deutlich entspannteren Ebene, mit den zugrunde liegenden Ursachen auseinander setzen.

Wer sich selbstkritisch und objektiv mit seinen Emotionen gegenüber abgelehnten und verhassten Personen auseinander setzt, wird manchmal feststellen, dass er es manchmal vielleicht nur mit reinen Vorurteilen zu tun hat.

„Andere neidlos Erfolge erringen sehen,
nach denen man selbst strebt,
ist Größe.

Marie von Ebner-Eschenbach

Wer sich mit seinen Blockaden auseinander setzt, hat derzeit die besten Voraussetzungen, diese für immer und nachhaltig los zu werden.

Sei gut zu Dir und befreie Dich von den Dingen, die Dein Leben nur unnötig belasten und belästigen.