Alle Jahre wieder – diese Rauhnächte

„Die Erde empfängt in ihrem Schoß
das Licht der neuen Zeit.“

Die aus alter Überlieferung bekannten Rauh- oder auch Rauchnächte, haben eine uralte Tradition, die zum größten Teil aus der mündlichen Überlieferung bekannt sind.

Hintergrund und Beginn der Rauhnächte ist das Naturereignis, das sich jährlich im Kosmos abspielt: die Wintersonnenwende, die von unseren Vorfahren auch als „Julfest“ gefeiert wurde.

Wenn die Natur sich völlig zurückgezogen hat, sich erholt und für die nächste Wachstumsphase vorbereitet, steht die dunkelste Zeit des Jahres mit den längsten Nächten an.

Nebelschwaden, die in dieser Zeit durch die Wälder und um die Häuser ziehen, sollen für den Namen der „Rauhnächte“ verantwortlich sein. Andere Überlieferungen betonen, dass man in diesen Nächten auch sein Haus für eine Reinigung räuchert.

Es ist auch eine Zeit, in der die „Schleier zur Anderswelt“ dünner und durchsichtig werden.

„Hungrige Wölfe, die in der bitteren Kälte der Nacht
umherstreifen und nach warmem Blut dürsten,
Seelen, die Rache und Ausgleich fordern
und nach Gerechtigkeit rufen.
Alte Rechnungen wollen beglichen werden.
Ahnengeister in grauen Gewändern warten in der Nacht,
senden Ahnungen – gib gut acht!“

Die Rauhnächte kommen auch in Märchen, Mythen und Legenden vor

Die vielleicht bekannteste Erzählung rund um die Rauhnächte ist „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens aus dem Jahre 1843.
Wer kennt ihn nicht, den geldgierigen und grantigen Geizhals Ebenezer Scrooge?
Ich kenne ihn noch vom „Warten aufs Christkind“ und der in meiner Kindheit gesendeten schwarz-weiß-Verfilmung aus dem Jahre 1951.

Ebenezer Scrooge erhält in drei aufeinanderfolgenden Weihnachtsnächten Besuch von unheimlichen Geistern. Von seinem verstorbenen Geschäftspartner, dem Geist der vergangenen, der gegenwärtigen und dem Geist der zukünftigen Weihnacht.
In diesen nächtlichen Alpträumen, wird er mit bisherigen Taten und deren Folgen konfrontiert. Doch diese Begegnungen verhelfen ihm zu einer neuen Einsicht, durch die er sein Leben radikal verändert.

Rauhnächte 2017

„Vier Rauhnächte haben Gewicht,
zeigen dir Licht und Schattengesicht,
zwei ›feiste‹ (24.12. und 05.01.)
und zwei ›magere‹ (21.12. und 31.12.).
Heilig und gefährlich,
hier wird das Schicksal ausgehandelt
und das Leben neu gewandelt.
Bete, faste, Wandersmann,
damit dir nichts geschehen kann.“

Die zwölf heiligen Nächte der Rauhnächte

Jede dieser zwölf heiligen Nächte steht für einen Monat des kommenden Jahres. Eine Rauhnacht wird immer von Mitternacht bis Mitternacht gerechnet.

  1. Rauhnacht, 25. Dezember, steht für den Monat Januar. Thema: Basis / Grundlage
  2. Rauhnacht, 26. Dezember, steht für den Monat Februar. Thema: Höheres Selbst / Innere Führung
  3. Rauhnacht, 27. Dezember, steht für den Monat März. Thema: Lasse Wunder in deinem Leben zu / Herzöffnung
  4. Rauhnacht, 28. Dezember, steht für den Monat April. Thema: Tag der Auflösung
  5. Rauhnacht, 29. Dezember, steht für den Monat Mai. Thema: Tag der Freundschaft
  6. Rauhnacht, 30. Dezember, steht für den Monat Juni. Thema: Bereinigung
  7. Rauhnacht, 31. Dezember, steht für den Monat Juli. Thema: Vorbereitung auf das Kommende
  8. Rauhnacht, 01. Januar, steht für den Monat August. Thema: Geburt des neuen Jahres
  9. Rauhnacht, 02. Januar, steht für den Monat September. Thema: Gold / Segenslicht
  10. Rauhnacht, 03. Januar, steht für den Monat Oktober. Thema: Weihrauch / Visionen und Eingebungen / Verbindung mit dem Göttlichen
  11. Rauhnacht, 04. Januar, steht für den Monat November. Thema: Loslassen / Abschied nehmen / Beschäftigung mit dem Tod
  12. Rauhnacht, 05. Januar, steht für den Monat Dezember. Thema: Räuchern und Bereinigen.

Der 06. Januar stellt den Abschluss der Rauhnächte dar. Sollte an diesem Tag die Sonne scheinen, so wird es ein friedliches Jahr werden.

„Der Zufall bringt dir das, was dir zufallen soll.
Nichts kommt von ungefähr in dein Leben.
Von langer Hand vorbereitet
sind die Schicksalsweichen.
Nimm an, was du erfährst
in diesen raunenden Nächten,
hör zu, sei da, lausche dem Wind,
dem himmlischen Kind,
das neue Kunde für dich bringt.
Möge das neue Jahr viel Segen für dich bringen,
und du nicht mit alten Kräften ringen.“

Aberglaube und Volksmund zu den Rauhnächten

  • Geliehenes vorher zurück bringen – um Energieverlust und Krankheit vorzubeugen.
  • Zwischen Weihnachten und Neujahr darf nicht ausgemistet und gewaschen werden, das bringt Unglück.
  • Keine Haare und Nägel schneiden, wer im neuen Jahr auf Kopfschmerzen und Nagelentzündungen verzichten möchte.
  • Türen leise schließen: wer Türen zuknallt, muss im neuen Jahr mit Unfrieden im Haus rechnen.
  • Träume, die man in dieser Zeit der Rauhnächte hat, gehen in Erfüllung.
  • Besen binden: ein in einer Rauhnacht gebundener Besen kann böse Geister aus dem Haus fegen 🙂

Und die Wettervorhersage mit den Rauhnächten:

  • Viel Wind kündet ein unruhiges Jahr an.
  • Nebel steht für alte Dinge, die bereinigt werden sollten und kündet ein nasses Jahr an.
  • Helles und klares Wetter bedeutet warme, trockene und gute Zeiten im neuen Jahr.
  • Viele Eisblumen an Fenstern und Schnee auf den Bäumen deuten auf ein ertragreiches Jahr hin.

Lesetipps auf dieser Seite:

Bilanz ziehen macht hin und wieder Sinn, vor allem gegen Ende des Jahres.

Und wer dann weiß, was er im neuen Jahr erreichen will, findet hier Tipps um seine Ziele zu erreichen – Schritt für Schritt.

Lesetipps auf anderen Seiten:

Daniela Hutter, ist eine absolute Expertin zum Thema, die auch Bücher zum Thema veröffentlicht hat und seit zehn Jahren Webinare dazu anbietet.

Im Video erklärt sie, wie sie die Rauhnächte begeht.

Eine weitere und ergänzende Perspektive auf die Rauhnächte – Einblick in neun Minuten vom Kanal „Gedanken der Zeit“:

Filmtipp:

A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens

Das englische Original von 1951 - A Christmas Carol

EIn Weihnachtsmärchen - deutsch (1984)

Quelle und Zitate:

Jeanne Ruland: Das Geheimnis der Rauhnächte. Ein Wegweiser durch die zwölf heiligen Nächte; Schirner Verlag, ISBN 978-3-89767-865-1

Schreibe einen Kommentar