Achtsamkeit hilft Dir, Deine Verantwortung zu übernehmen

Achtsamkeit ist heute ein überstrapazierter Begriff. Von allen Seiten hört man diese Forderung nach „mehr Achtsamkeit im Alltag“, sogar im Drogeriemarkt um die Ecke bekommt man schon Ratgeber zum Thema.

Meistens reduziert sich diese alltägliche Achtsamkeit auf Buddha-Statuen am Eingang, Buddha-Bilder in den Wohnräumen oder auf Status-Sprüche in den sozialen Netzwerken.

„Die beste Weise, sich um die Zukunft zu kümmern,
besteht darin, sich sorgsam der Gegenwart zuzuwenden.“

Thich Nhat Hanh

Achtsamkeit

Achtsamkeit sollte eine Lebenseinstellung sein und keine gelegentliche „ab-und-zu“-Methode

Die Welt kann einem zur Zeit wie ein gewalttätiges Irrenhaus erscheinen – und kaum jemanden scheint das zu stören. Es scheint inzwischen schon „normal“.
Aktuell geschehen weltweit gleichzeitig so viele kriegerische Auseinandersetzungen, wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit.
So roh wie heutzutage waren die Sitten selten, nicht mal im sogenannten „dunklen Mittelalter“.

Dieses aktuelle Bild der Welt im Außen zeigt, wie es in den Menschen innen drinnen aussieht…

„Die inneren Spannungen des Menschen
liegen den kollektiven psychischen Spannungen zugrunde
und sind der Ausgangspunkt für unglückliches Familienleben,
für Chaos und Unordnung im gesellschaftlichen Leben,
für Aggression und Kriege zwischen den Nationen.

Religionen waren nicht in der Lage,
den Menschen inneren Frieden zu bringen.
Gesetze, Polizei, Armeen und Regierungen schafften es auch nicht,
ein friedliches Zusammenleben unter den Menschen zu gewährleisten.

In allen yogischen Texten wird ganz klar gesagt,
dass Frieden nur innen und nicht außen zu finden ist.
Um eine friedliche Welt zu schaffen,
müssen wir deshalb zuerst lernen, uns zu entspannen,
Körper und Seele in Harmonie zu bringen.“

Swami Satyananda

Auch die Wissenschaft hat bereits nachgewiesen, dass neben der klassischen Vererbung von genetischen Faktoren wie Augen- und Haarfarbe oder Wesensmerkmalen, auch Traumata von Generation zu Generation weiter vererbt werden.
Diese vererbten Ahnen-Traumata werden ergänzt von den Ängsten, Problemen und Erfahrungen der Mutter während der Schwangerschaft. Es ist viel, was ein Neugeborenes dadurch quasi unerkannt ins Leben begleitet.

Wenn man sich dann noch klar macht, welche schlechten Erfahrungen durch Kriege und weitere Katastrophen unsere Eltern, Großeltern und Ur-Ur-Ur-Großeltern in unseren aber auch in anderen Breitengraden gemacht haben, dann kann man erst begreifen, mit welchen zusätzlichen nicht sichtbaren Belastungen alle Generationen in diesem Land und in vielen anderen Ländern der Erde aktuell konfrontiert sind.

Achtsamkeit

Übernimm die Verantwortung für Dein Leben – Du bist der einzige, der etwas zum positiven verändern kann

Deine Außenwelt spiegelt Deine Innenwelt – und wenn Dir nur freundliche und lächelnde Menschen begegnen, dann ist das wunderbar! So sollte es eigentlich auch immer sein. Vielen passiert das eher selten oder nur im Urlaub.

Im alltäglichen Berufsverkehr ist die Wahrscheinlichkeit auf angespannte und genervte Menschen zu treffen, deutlich höher als am Sonntagnachmittag beim Spaziergang im Park.

Dennoch sind auch Sonntagnachmittags mürrische Gesichter unterwegs: das PuberTier, das von den Eltern zum Spaziergang „gezwungen“ wurde, der Mann, der jetzt lieber Formel 1 im TV glotzen würde oder die hungrige Frau, die den Duft vom HotDog-Stand nicht verkraftet, weil sie doch gerade mal wieder Diät macht.

 

Deine schlechte Laune geht außer Dir echt niemanden etwas an

Manche scheinen morgens mit dem falschen Fuß aufzustehen, andere können ihren Anblick morgens im Spiegel kaum noch ertragen und wieder anderen graut es einfach nur vor dem Job.
Leider sind viele der Meinung, sie müssten jeden, der ihnen begegnet, mit dieser schlechten Laune konfrontieren, belästigen und infizieren.

Deine Laune ist immer ansteckend
– ob sie gut oder schlecht ist!

Man erhält immer nur das zurück, was man aussendet: Wer seine miese Laune versprüht und verteilt, findet sich schnell in einer Abwärtsspirale wieder. Diese zu verlassen wird zunehmend schwierig und ist zusätzlich anstrengend.

Wer achtsam mit sich und seinem Befinden umgeht, dem passiert so etwas nicht so schnell, sondern dieser greift rechtzeitig korrigierend ein.

Meine Regeln für ein achtsames und eigenverantwortliches Leben

Achtsamkeit gegenüber Dir selbst

Das wichtigste ist die umfassende Achtsamkeit Dir selbst gegenüber – auf allen Ebenen und quer durch alle Bereiche: mental, physisch und psychisch.

Mit Achtsamkeit Dir selbst gegenüber übernimmst Du die Verantwortung für Deine körperliche und geistige Gesundheit: Du sorgst neben einer gesunden Ernährung und Lebensweise auch für ein gesundes und harmonisches Umfeld.

 

1. Höre auf Deine Intuition und Dein erstes Bauchgefühl!

Wir alle verfügen über diesen „siebten Sinn“, der uns vor Gefahren, gefährlichen Situationen oder giftigen Menschen eindeutig im Vorfeld warnt! Sei es vor einer Verabredung, vor einem Job oder generell vor einer Veranstaltung.

Wie oft müssen wir uns eingestehen, dass wir gegen dieses bessere „erste intuitive Wissen“ gehandelt haben und wir uns von Betrügern, Lügnern und Psychopathen haben blenden und täuschen lassen.

Langjährige Untersuchungen bestätigen in vielen Fällen, dass Unfall- und / oder Verbrechensopfer durch ein „komisches Bauchgefühl“ im Vorfeld des Ereignisses gewarnt wurden, und sie sich trotzdem gegen dieses Bauchgefühl entschieden haben…

 

2. Achte auf Deine Gefühle, diese zeigen Dir Deine Gedanken..

Der Mensch ist das einzige Wesen auf der Welt, das sich mit seinen Gedanken in eine schlechte Laune und Stimmung bringen kann und bringt.

Wir denken zigtausende Gedanken pro Tag, die meisten davon unbemerkt und unbewusst. Dieses Gedankenkarussel setzt sich bei jedem individuell aus seinen Glaubenssätzen, Gedankenmustern und dem täglichen Überfluss analoger und digitaler Informationen zusammen.

Wer sich schlecht fühlt, ist meist mit seinen Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft unterwegs, aber kaum im Hier und Jetzt präsent.
Im Hier und Jetzt anzukommen ist aber wichtig: erstens für das eigene und allgemeine Wohlbefinden und zweitens für eine bessere Zukunftsgestaltung.

Mit bewusstem Atmen kann man sich zum Beispiel schon in wenigen Augenblicken in eine bessere Stimmung versetzen.

 

3. physische Achtsamkeit – höre auf Deinen Körper

Dein Körper gibt Dir permanent Bescheid: ob es ihm gut geht, ob ihm irgendetwas fehlt oder überdosiert ist und er macht mit Signalen wie Schmerzen oder Unwohlsein, auf sich und spezielle Partien aufmerksam. Ob er Bewegung braucht, Vitamine oder einfach nur Ruhe.

Wer die ersten Symptome ignoriert, wird im Laufe der Zeit mit zusätzlichen und manchmal auch schwerwiegenderen Problemen konfrontiert. Wer zu lange kalte Hände und Füße hat, läuft Gefahr, sich zu erkälten. Deshalb ist es äußerst wichtig, für sein körperliches Wohlbefinden zu sorgen.

 

4. Achte Dich selbst

Es ist unwichtig, was andere über Dich denken
– es ist viel wichtiger, was DU über Dich denkst.

Jedem kann nur das begegnen, was er in sich trägt. Wer also unzufrieden mit sich oder seiner Vergangenheit oder sonstigen Umständen ist, wird mit diesen „Fakten“, oftmals auch von den sogenannten „Arschengeln„, in seinem Leben konfrontiert. Und zwar so lange und immer wieder, bis er selbst etwas an seiner Einstellung oder seinem grundsätzlichen „Problem“ verändert.

Daher achte darauf, wie Du über Dich und andere sprichst. Unser Unterbewusstsein kann nicht unterscheiden, wer mit welchen Aussagen gemeint ist und bezieht alles auf sich.

 

5. Löse Deine Probleme – eins nach dem anderen

Je mehr Du Deine Probleme verdrängst – desto hartnäckiger verfolgen sie Dich.

Egal worum es geht: wir werden nie vor größere Probleme gestellt als wir tatsächlich bewältigen können. Und die meisten Probleme sind sowieso hausgemacht und haben die Lösung bereits erkennbar mit dabei. Also runter vom Sofa, die Ärmel hochgekrempelt und auf zur Lösung.
Je länger Dinge ausgesessen werden, umso komplizierter können sie werden. Und im nachhinein stellt man sowieso immer wieder fest: so kompliziert und anstrengend war es ja wirklich nicht.

 

6. Hör auf, Dich mit anderen zu vergleichen

Alle Menschen sind Individuen. Auf der Welt leben bald acht Milliarden Menschen – und kein einziger gleicht einem anderen! Selbst eineiige Zwillinge weisen unterschiedliche Charaktere und Verhaltensweisen auf…auch wenn beide sich vom Äußeren her zum verwechseln ähneln: es sind zwei unterschiedliche Personen.

Wer sich mit anderen vergleicht, vergleicht sich mit einer gedanklichen Utopie – keiner sieht bei anderen wirklich hinter die Fassade und kann beurteilen, ob dieser Mensch so beneidenswert, so toll ist, wie er von außen betrachtet scheint.

Wenn, dann vergleiche Dich mit älteren „Versionen“ von Dir. Du wirst feststellen, dass Du viele Dinge heute schon deutlich besser hin bekommst als noch vor einiger Zeit. Und dass Du auch ganz andere Prioritäten und Ziele hast als andere.

 

7. Steh zu Dir und zu Deiner Meinung

Wir sind verantwortlich, für das, was wir tun, aber auch für das, was wir unterlassen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, Farbe zu bekennen und sich nicht von vorgefertigten Meinungen übertönen zu lassen.

Jeder hat seine einzigartige Sichtweise auf die Themen dieser Welt und jeder ist gefragt, sich und seine Ideen einzubringen und seinen Beitrag zu leisten. Positioniere Dich dementsprechend.
Und: kaum jemand kann heutzutage Gedanken lesen, schon deswegen ist die freie Meinungsäußerung grundsätzlich wichtig im zwischenmenschlichen und sozialen Leben.

Und zu guter Letzt: Handle auch danach.

Achtsamkeit

„Wenn man etwas für recht hält, soll man es tun.
Und wenn man es tut,
kann einen nichts auf Erden daran hindern.

Wenn man etwas für unrecht hält, soll man es lassen,
und wenn man es lässt,
kann einen nichts auf Erden dazu zwingen.“

Lü Bu We